Priv.- Doz. Dr. Christoph Schlimp
geb. 1972, arbeitet aktuell als Oberarzt für Anästhesie und Intensivmedizin in der AUVA am Unfallkrankenhaus Linz und forscht am Ludwig Boltzmann Institut für Experimentelle und Klinische Traumatologie im AUVA Forschungszentrum in Wien; fliegt regelmäßig als Notarzt und Intensivmediziner für den ÖAMTC – Christophorus Flugrettungsverein an diversen Stützpunkten in ganz Österreich; hat 2015 die Venia Docendi der Medizinischen Universität Innsbruck verliehen bekommen und lehrt perioperatives Gerinnungsmanagement z.B. an der Donau Universität Krems sowie auf internationalen Ausbildungskursen weltweit.
Aufgewachsen mit drei weiteren Geschwistern in einer evangelischen Pfarrersfamilie, entdeckte er schon früh eine große Faszination für die vielseitige Interaktion mit Menschen, anderen Kulturen, der Musik, dem Sport, sowie den Kräften der Natur. Daraus resultierten intensive Verbindungen zum Cello, Orchester, Chorgesang, Judo, Schach, Windsurfen, Schwimmen, Bergsteigen, sowie dem Reisen. Durch das freiwillige Engagement beim Roten Kreuz im Rettungsdienst und den Zivildienst ebendort, reifte letztendlich die Entscheidung, beruflich kurativ tätig zu werden zu wollen. Er begann mit dem Medizinstudium, von Anfang an mit dem klaren Wunsch, später als Anästhesist, Intensivmediziner und Notarzt auch in der Flugrettung tätig zu werden.
Auf dem Weg zu diesem Ziel kam eine weitere Berufung hinzu: die Qualität der Patientenversorgung zu verbessern und sicherer zu machen, sowie Wissen zu schaffen und weiterzugeben. Er ist mittlerweile in seinem Segment der Diagnose und Therapie von erworbenen Blutgerinnungsstörungen, wie sie vor allem bei schwerverletzten Traumapatienten vorkommen, als Wissenschaftler mit über 60 Publikationen international anerkannt und in zahlreichen Vorträgen und Seminaren lehrend tätig. Geprägt von frühen Auslandsaufenthalten im Medizinstudium in Spanien, Südafrika und der Schweiz hat er auch postpromotionell in Australien und Schottland gearbeitet, um sich Bilder von anderen Gesundheitssystemen zu machen, und in sein Wirken mit einfließen zu lassen.
Christoph Schlimp beschreibt sich selbst als kommunikativ, neugierig, flexibel, kritisch, kämpferisch, willensstark, resilient, emphatisch, humorvoll und herzlich. Er pflegt eine enge Beziehung zu seinen drei Kindern, erdet sich in seiner Freizeit häufig in einem privaten Weinberggarten mit seinen Freunden, ist regelmäßig in der Tanzschule anzutreffen, ist leidenschaftlicher Chorsänger (Tenor) und genießt als Theaterarzt die vielseitige Kultur der Wiener Theater/Opern/Konzert-Szene.

Christoph Schlimp

Wie war es für Dich, bei unserem Filmprojekt mitzuwirken?
Ich habe es sehr wertschätzend gefunden, dazu eingeladen worden zu sein. Neben den persönlichen, bekanntschaftlichen Komponenten war es auch sehr schön mitzuerleben, wie so ein Drehtag aussieht bzw. vorbereitet wird. Im Interview selber war es natürlich eine spannende Herausforderung, vor der Kamera meine Gedanken und Gefühle zu all diesen Themen zu verbalisieren und das hoffentlich auch noch verständlich.

Was bedeutet Gesundheit für Dich?
Ich mag die Definition: Gesundheit ist ein Bio-Psycho-Sozio-Kulturelles Wohlbefinden. Es lässt sich eben nicht nur auf die körperliche Komponente reduzieren, sondern drückt aus, dass es alle unsere Lebensbereiche betrifft. Gerade die aktuelle Corona-Krise zeigt recht eindrücklich, wie einschneidend Eingriffe in dieses Gefüge sein können.

Welche Assoziationen kommen Dir zu dem Zitat „Gesundheit ist kein Zustand,sondern eine Geisteshaltung“ (Thomas von Aquin 1225 – 1274)?
Ich assoziiere damit, dass, obwohl kaum einer zu 100% gesund sein wird, es darauf ankommt, wie wir selber damit umgehen. Es kommt also auch auf die von mir gerne verwendetet „Positivität“ an, in welchem Gesundheitszustand wir uns fühlen.

Wie wichtig ist Eigenverantwortung?
Ich denke, die Eigenverantwortung in Bezug auf Gesundheit ist essentiell. Wir brauchen natürlich bei akuten Verletzungen und Krankheiten Spezialisten, die uns unmittelbar helfen, aber in vielen Krankheitsprozessen braucht es jedenfalls die „Mithilfe“ der Patienten selber. Dass die Prävention meist in der Eigenverantwortung liegt, ist auch irgendwo klar.

Was bedeutet „Ein guter Tag“ für Dich?
Ein guter Tag ist es für mich dann, wenn es mit emotionellem Wohlbefinden verbunden ist. Das erlebe ich vor allem dann, wenn ich durch Interaktionen mit meiner Umwelt (Menschen und Natur, privat wie beruflich) im positiven Energieaustausch bin. Wenn ich mit meinem Wissen, Können und Erfahrung für andere einen entscheidenden Unterschied machen konnte und / oder durch das Gleiche von anderen dazulerne.